• Hybritech® p2PSA und der Prostate Health Index (phi)

    Der Prostate Health Index (phi) gibt Auskunft über das Risiko für Prostatakrebs bei Patienten, die einen PSA-Wert im Bereich von 2-10 ng/ml aufweisen.


    Prostatakrebs ist in Deutschland mit jährlich ca. 60.000 diagnostizierten Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung des Mannes, an deren Folgen pro Jahr etwa 12.000 Patienten sterben.1 Die von den Krankenkassen bezahlten Krebsvorsorgeuntersuchungen für Männer beinhalten derzeit nur die rektale Tastuntersuchung. Als Ergänzung bieten die Ärzte oft die Messung des PSA-Wertes an, denn erhöhte PSA-Werte sind signifikant mit einem gesteigerten Risiko für Prostatakrebs verbunden. In den meisten Fällen gehen erhöhte PSA-Werte jedoch auf andere Erkrankungen wie eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH) zurück, so dass nur bei rund 30% der Patienten tatsächlich Prostatakrebs diagnostiziert wird.2


    Wenn durch die Tastuntersuchung oder den PSA-Wert der Verdacht auf Prostatakrebs besteht, wird zur Abklärung vom Arzt in der Regel eine Biopsie der Prostata veranlasst. Die aktuelle urologische Leitlinie empfiehlt 10-12 Stanzzylinder pro Biopsie.3 Bei der Entscheidung, ob der Patient biopsiert werden soll, stützt sich der Arzt neben Tastuntersuchung und PSA auf das Alter des Patienten, eine mögliche familiäre Vorbelastung sowie die Größe der Prostata. Bei einem negativen Biopsieergebnis stehen Arzt und Patient vor der schwierigen Frage, ob eine weitere Biopsie notwendig ist, da die Möglichkeit besteht, dass ein existierendes Prostatakarzinom bei der Erstbiopsie nicht getroffen wurde.


    Hier kann der Prostate Health Index phi Licht ins Dunkel bringen. Bei einem PSA-Wert von 2-10 ng/ml (Hybritech-Kalibrierung) bzw. 1,6-7,8 ng/ml (WHO-Standardisierung) und einem negativen Tastbefund gibt die Bestimmung des phi-Wertes im Labor Auskunft über das Risiko des Patienten an Prostatakrebs erkrankt zu sein. Durch die Ermittlung des phi-Wertes kann die Anzahl unnötiger Prostatabiopsien signifikant vermindert werden, da phi eine wesentlich bessere Entscheidungsgrundlage bietet, als der PSA-Wert oder %freies PSA. Das hilft, unnötige Biopsien und damit verbundene Risiken4 für den Patienten zu reduzieren und unnötige Kosten für das Gesundheits-system zu vermeiden.


    Aktuelle Studien geben zudem Hinweise darauf, dass es auch Zusammenhänge zwischen phi und der Aggressivität der Prostatakarzinome gibt.


    Für den Prostate Health Index (phi) werden die drei Marker PSA, freies PSA und [-2]proPSA zu einem Ergebnis (phi) verrechnet. Die für die Berechnung des Prostate Health Indexes (phi) notwendigen Serumtests können automatisiert mit gleichbleibender Analysenqualität durchgeführt werden, sind also routinetauglich.


    Dieser neue Test ist erst in wenigen Labors etabliert, eine Übersicht gibt eine Laborliste, die unter Broschüren/Datenblätter eingesehen werden kann. Dort finden Sie auch eine Patienteninformation zur Rolle des Prostate Health Indexes in der Prostatakrebs-Früherkennung.


    Referenzen

    1. Zentrum für Krebsregisterdaten, Robert Koch Institut (2012)

    2. Barry - Prostate Specific Antigen Testing for Early Diagnosis of Prostate Cancer, NEJM (2001)

    3. Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen

    Stadien des Prostatakarzinoms (2011)

    4. Rodriguez - Risks And Complications of TRUS Biopsy, JUrol (1998)


    Links zu weiterführenden Publikationen

    • Aktueller Übersichtsartikel zum Prostate Health Index (Review und Meta-Analyse): Filella X, Gimenez N. Evaluation of [-2] proPSA and Prostate Health Index (phi) for the detection of prostate cancer: a systematic review and meta-analysis. Clin Chem Lab Med 2013; 51:729-739

    http://www.degruyter.com/view/j/cclm.2013.51.issue-4/cclm-2012-0410/cclm-2012-0410.xml


    • Erste Veröffentlichung von Ergebnissen der multizentrischen Prometheus-Studie: Lazzeri M, Haese A, de la Taille A, Palou RJ, McNicholas T, Lughezzani G, Scattoni V, Bini V, Freschi M, Sussman A, Ghaleh B, Le CP, Alberola BJ, Esquena FS, Graefen M, Guazzoni G. Serum isoform [-2]proPSA derivatives significantly improve prediction of prostate cancer at initial biopsy in a total PSA range of 2-10 ng/ml: a multicentric European study. Eur Urol 2013; 63:986-994

    http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0302283813000237



    In diesen Labors wird der Prostate Health Index (phi) bestimmt. Kontaktinformationen für Ärzte:

    LADR GmbH, Medizinisches Versorgungszentrum
    Dr. Kramer & Kollegen
    Adresse: Lauenburger Straße 67, 21502 Geesthacht
    Tel. 04152 803-0, Fax 04152 803-369
    Email: interesse@ladr.com

    MVZ Clotten Labor Dr. Englert, Dr. Raif und Kollegen GbR
    Adresse: Bismarckallee 10, 79098 Freiburg
    Ansprechpartner: Herr Dr. Raif
    Tel. 0761 31905-182

    Medizinisches Versorgungszentrum Dr. Stein und Kollegen
    Adresse: Wallstraße 10, 41061 Mönchengladbach
    Tel. 02161 / 8149 - 0



    Die Liste der Labors, in denen routinemäßig der Prostate Health Index phi durchgeführt wird, finden sie auch als Download unter Broschüren / Datenblätter.

Merkmale

  • Immunoenzymatischer Sandwich-Assay
  • 50µl Probenvolumen
  • Ca. 20min bis zum ersten Ergebnis
  • 28 Tage Stabilität des Packs nach dem ersten Öffnen
  • 28 Kalibrationsstabilität

 

Deutliche Erhöhung der Spezifität

 

Unnötige Biopsien vermeiden durch bessere Risikoabschätzung