Beckman Coulter und MPI für Infektionsbiologie etablieren erste Hochdurchsatz-Screening-Einrichtung für hochriskante infektiöse Pathogene in Labor der Sicherheitsstufe S3

Oktober 2009 - Berlin
Im Rahmen des europaweiten ERA-NET PathoGenoMics, hat die Max-Planck-Gesellschaft zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) kürzlich Europas erste Hochdurchsatz-Screening-Einrichtung für hochriskante infektiöse Pathogene bis zu Sicherheitslevel S3 (BSL3 international) etabliert. Die Screening-Einrichtung wurde heute offiziell von Prof. Thomas F. Meyer, Direktor der Abteilung Molekularbiologie am Max-Planck Institut für Infektionsbiologie in Berlin im Rahmen einer festlichen Eröffnungsveranstaltung in Betrieb genommen.


Die neue Einrichtung umfasst eine Automationsanlage, die entworfen wurde, um bis zu 70.000 Experimente parallel durchführen zu können. Herzstück der Anlage ist ein Liquid Handler vom Typ Biomek® FXp von Beckman Coulter. Der Liquid Handler mit zwei 384-Kanal Pipettierköpfen wird die schnelle und präzise Abarbeitung der vorgesehenen Assays bewerkstelligen. Beckman Coulters SAMI EX® Steuerungssoftware erlaubt es, die Anlage flexibel und genau je nach den Anforderungen der geplanten Assays zu steuern. Besonders die schonende Behandlung der empfindlichen Zellen ist dabei Grundvoraussetzung für erstklassige Screening-Ergebnisse.
Die Automationsplattform besteht weiterhin aus Lager- und Inkubationskapazitäten für bis zu 189 Mikrotiterplatten. Um die hohen Sicherheitsanforderungen der Biologischen Sicherheitsstufe S3 ( BL3) zu erfüllen, wurde die gesamte Anlage mit einem Klasse II Sicherheitskabinett eingehaust. Dieses wurde von der Firma Kojair, einem finnischem Hersteller von Sicherheitswerkbänken, entworfen und gebaut. Die Anlage wird komplettiert durch modernste Hochdurchsatz-Mikroskopie und andere Detektionsverfahren.


Die Primäre Intention für die neue Einrichtung war es, Hochdurchsatzscreens mit wichtigen bakteriellen Pathogenen, z.B. den Verursachern von Pest, Typhus und Tuberkulose, durchzuführen. Allerdings bedeutet die gegenwärtige Ausbreitung viraler Pandemien einen weiteren wichtigen Grund für die Erweiterung der Screening-Kapazität am MPI für Infektionsbiologie in Berlin.